Bericht zum 4. Großen Werfertreffen vom 1. - 3. Oktober 2004 bei Bayonne in Frankreich

Bilder und Ergebnisse

Fast alle Teilnehmer der Disziplin Messer kurz.

Die Veranstaltung bei Bayonne in Südfrankreich dürfte das bisher größte Werfertreffen in Europa gewesen sein. Rund 30 Werfer aus verschiedenen Ländern (hauptsächlich aus Frankreich, aber auch aus Deutschland, der Schweiz und Spanien) nahmen an den Wettbewerben teil! Michel Dujay, der Autor des Videos "Le lancer de couteaux", hatte die Organisation übernommen und für das Wochenende Anfang Oktober 2004 an den Lac de Sames in der Nähe von Bayonne eingeladen.

Am Freitag früh begannen Michel, Gérard Lecoeur (Autor des Buches "Le couteau de lancer") und ich mit dem Aufstellen der Ziele auf dem idyllischen Gelände am See. Bald tauchten die ersten Teilnehmer auf, die gerne mit halfen und beispielsweise die Füße der Ziele mit Stahldraht verbanden, um deren Standfestigkeit zu erhöhen. Gegen Abend waren schon die meisten Werfer vor Ort. Wer sich angemeldet hatte, wurde pünktlich vom Shuttle-Service am Flughafen oder Bahnhof abgeholt. Viele Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, sich für das Wochenende einen der Bungalows zu mieten, die jüngeren bevorzugten ein Übernachten in der Zeltkolonie, die nahe den Zielscheiben entstand. Aber auch sie verköstigten sich Abends meist in dem Restaurant auf dem Gelände.
Fleißig am Üben... Samstag früh wurden Langschläfer dann vom klirrenden Geräusch der Übungswürfe geweckt. Die Trainingsscheiben wurden fleißig genutzt. Um 11 Uhr ging es dann nach der Einschreibung und der Erklärung der Regeln mit den Wettbewerben los, und die acht Wettbewerbsscheiben wurden freigegeben. Als Schiedsrichter fungierte für jede Zielscheibe ein Teilnehmer, die Werfer rotierten an den Scheiben, bis sie sieben Stück mit je 1+3 Würfen absolviert hatten. Der Hauptschiedsrichter, der das Gelände gut überblicken konnte, gab mit einer Trillerpfeife jeden einzelnen Wurf frei. Bis zum Mittagessen waren die Disziplinen 3m und 5m Messer erfolgreich abgeschlossen, mit einer Rekordbeteiligung von 29 Werfern bei der kurzen Distanz! Nach einer halben Stunde Show-Werfen für das anwesende Fernsehteam wurde dann zu den Axtwettbewerben übergegangen. Die Distanzwettbewerbe fanden dann gerade noch in der Dämmerung statt, die Siegerehrung schon im Scheinwerferlicht. Als Preise wurden vom Veranstalter Flaschen mit baskischem Schnaps, Wurfmesser, und die oben erwähnten Videos und Bücher zur Verfügung gestellt. Die französischen Werfer hatten unter Beweis gestellt, dass sie den aus Deutschland keineswegs unterlegen waren, obwohl es ihnen an Wettbewerbs-Erfahrung fehlte. Das anschließende Diner in einer extra errichteten Halle gab den Werfern nochmals Gelegenheit, die Wurftechniken, Geräte und Ergebnisse zu diskutieren und Bekanntschaften zu knüpfen. Um Mitternacht fand dann eine angeregte und fruchtbare Diskussion über Zukunft und Ausrichtung des (externer Link / neues Fenster)Europäischen Werferclubs Eurothrowers statt, der an diesem Wochenende einige neue Mitglieder gewinnen konnte.
Diskussion über die Zukunft des Europäischen Werferclubs Eurothrowers. Der Sonntag fing gemütlich an, viele Teilnehmer holten erst einmal Schlaf nach. Dann übernahmen einige die Aufgabe, die schönen Ziele zu demontieren (sofern sie nicht unter den Riesen-Äxten der Schweizer zerbrochen waren :-) Wer mit einem Auto da war, konnte die Gelegenheit nutzen und für ein paar Euro eine der Scheiben mit nach Hause zu nehmen. Kurz vor Mittag fand dann eine halboffizielle Sitzung des Eurothrowers-Clubs statt, in der die neuen Mitglieder Ideen und Wünsche einbrachten. Den Rest des Tages über wurde dann noch fleißig auf die stehen gelassenen Ziele geworfen.

Das Große Werfertreffen 2004 bei Bayonne war insgesamt ein sehr großer Erfolg. Eine Rekordzahl an Teilnehmern, davon auch wieder einige Frauen, bezeugt das anhaltende, sogar steigende Interesse an der Sportart. Ein ganzes Wochenende hatte man Gelegenheit, sich mit anderen Werfern über Wurfstile und Geräte auszutauschen und Tricks abzuschauen. Das Treffen hat die Werfer in Frankreich zum ersten Mal zusammengeführt, und der Europäische Werferclub Eurothrowers wird dafür sorgen, dass die Kommunikation unter ihnen nicht abreisst, und auch grenzüberschreitend mit den Werfern in Deutschland intensiviert wird. Großer Dank gilt Michel Dujay, der das Treffen auf eigene Rechnung organisiert und zum Erfolg geführt hat!

Christian Thiel

Bilder und Ergebnisse


Das waren die Regeln:

  • Nur Messer mit feststehender Klinge, länger als 23cm und schmäler als 6cm (Schiedsrichter kann nach Probewurf des Teilnehmers auch andere zulassen).
  • Äxte einschneidig und zweischneidig ab 500g. Sie sollten auch solche sein (Stiel und Kopf klar erkennbar)! Bei Zweischneidigen sind nur Treffer mit dem Griff nach unten in der Wertung.
  • Teilnehmer unter 18 Jahren müssen von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden. Jeder Teilnehmer muss eine Haftpflichtversicherung haben.
  • Disziplinen: 3m (Kurz) Messer und Axt, 5m (Mittel) Messer und Axt, jeweils Mindestentfernungen, Umdrehungen sind nicht vorgeschrieben (Umdrehungsregel kann vor dem Wettbewerb noch abgesprochen werden); Distanzwurf Messer und Axt;
  • 3,50 Euro Meldegebühr pro Disziplin
  • Bei Kurz und Mittel je 21 Würfe (sieben Scheiben, auf jede drei Würfe), die Messer werden normalerweise nach jedem Wurf herausgezogen und gewertet, können aber auch steckenbleiben. Vor jeden drei Würfen ist ein Probewurf erlaubt.
  • Distanzwurf: Jeder Werfer hat drei Versuche bei einer selbstgewählten Distanz ein Wurfgerät in den Punktebereich der Scheibe zu werfen. Gelingt ihm dies nicht, scheidet er aus, für ihn zählt die bisher von ihm erreichte Distanz. Nach jeder Runde suchen sich die nicht ausgeschiedenen Werfer eine weitere Distanz und haben wieder drei Versuche.
  • Geworfen werden darf nur nach vorherigem Kommando des Schiedsrichters! Ausnahme ist das Werfen auf dem Trainigsstand. Dieser wird während der Wettkampfpausen durch den Hauptschiedsrichter zum Werfen freigegeben. Hier ist jeder Werfer für die Sicherheit seines Wurfes besonders verantwortlich! Ein Werfen ohne Genehmigung auf dem Trainingsstand oder auf andere Ziele im Gelände sowie das Werfen im Wettkampf ohne das Kommando abzuwarten führt zur sofortigen Disqualifizierung und zum Ausschluß von allen Disziplinen!
  • Wertungen: Bullseye schwarz 6cm 5 Punkte, erster Ring rot 20 cm 3 Punkte, zweiter Ring weiss 40 cm 2 Punkte, dritter Ring rot 50cm 1 Punkt.
  • Messer werden zur Wertung aufgerichtet (90°-Winkel zur Scheibe).
  • Gewertet wird (in diesem Wettbewerb nur bei Äxten) an der Mitte des Teils der Klinge, die im Holz steckt (also auf Höhe der Spitze bei symmetrischen Messern). Bei einem Treffer auf der Trennlinie zwischen zwei Ringen zählt der Höhere.
  • Höhe der Scheiben (gemessen vom Bullseye): 1,35m bis 1,75m.
  • Der Schiedsrichter hat immer Recht. Bei Regelverstößen, insbesondere gegen die Sicherheitsvorschriften, erfolgt ein Platzverweis.
  • Sonderregelungen (Techniken, Werkzeuge, Wurfstil, Abstand) müssen vor dem Wettbewerb beim Hauptschiedsrichter beantragt und durch die Mehrheit der dadurch betroffenen Werfer genehmigt werden. (Beispiel: Reduzierung des Mindestabstandes für Kinder.)
 


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Englisch: Knife thrower meeting Bayonne 2004