Selbst gemachtes Wurfmesser, in fertigem Zustand.

Anleitung zum Bau eines Wurfmessers

Jeder Messerwerfer spielt mit dem Gedanken, sich selbst ein Wurfmesser herzustellen. Mit dieser Photo-Anleitung von Christof Weese ist es kein Problem mehr, im Hobby-Keller eins zu basteln. Und zwar ganz ohne die Notwendigkeit teurer Maschinen.

Rohmaterial:
  • Edelstahl Flach 40x4 mm auf 280±0,5 mm abgesägt.
  • 1 Blatt Papier DIN A4
  • 1 Karton 1-2mm ca. DIN A4
Metallbügelsäge mit um 90° gedrehtem Sägeblatt. Werkzeug:
  • Schere
  • Schwarzer Filzstift, wasserfest
  • Schraubstock
  • Metallbügelsäge mit um 90° drehbarem Sägeblatt (siehe Bild rechts und Bild 18)
  • Metall-Schruppfeile (also mit (externer Link / neues Fenster)Hieb 1), halbrund, Länge 300mm
  • Metall-Schlichtfeile (Hieb 3), halbrund, Länge 300mm
  • Dreikantfeile
  • Stechbeitel oder Schraubenzieher
  • Schleifpapier, Körnung 180 und 320
  • Wer will kann natürlich auch eine Metallbandsäge und eine Power-Elektro-Feile einsetzen, oder gar eine CNC-Maschine.

I - Den Stahl besorgen

Wie oben beim Rohmaterial steht, muss ein (externer Link / neues Fenster)Edelstahl mit dem Querschnitt 40x4mm her, in einer Länge von 280±0,5mm. Optimalerweise gleich im Eisenwarenladen so absägen lassen! Am Besten wäre der normalerweise vorrätige Stahl mit der (externer Link / neues Fenster)Werkstoffnummer (Wst.) 1.4301 (X5CrNi18-10 / X4CrNi18-10), den es in den Oberflächenvarianten gewalzt, blank und allseitig geschliffen gibt. Letztere Variante ist etwas dünner (3,7mm), aber dafür geht das Polieren der Oberfläche mit dem Schleifpapier um einiges schneller. Als Alternative kommt noch der Stahl mit Wst. 1.4307 (X2CrNi18-9) in Frage.

Das Messer wird um die 200g wiegen, etwas mehr wenn nicht vorgeschliffener Stahl verwendet wird.

Würfe auf eine Stirnholz-Baumscheibe hält das Material sehr gut aus. Bei trockenem Leimholz oder sehr kurzen Wurfentfernungen muss das Messer zwischendurch mal gerade gebogen werden (über zwei Ziegelsteinen legen, oder in den Schraubstock einspannen).

II - Das Design

Wurfmesser-Schablone von Christof Weese, ca. 200g.   .pdf
  .gif

Man kann natürlich seine eigene Vorlage verwenden, aber für den Anfang ist es empfehlenswert, die Design-Schablone von Christof Weese zu verwenden, die in zwei Versionen vorliegt:

  • PDF-Datei. Herunterladen, mit dem Acrobat Viewer öffnen und ausdrucken.
  • GIF-Datei. Herunterladen, in eine Seite in einem Textverarbeitungsprogramm (wie Word) oder Zeichenprogramm einfügen, auf die richtige Größe bringen, und ausdrucken. Direkt mit einem Graphikprogramm öffnen und ausdrucken geht natürlich auch, allerdings sind die Druckmaße schwieriger einzustellen.

Beim Druck darauf achten, dass im Druck-Dialog/den Einstellungen nicht irgendwo eine Option wie "Auf Seite einpassen" oder etwas ähnliches aktiviert ist, da sonst die Größe nicht mehr stimmt. Am besten auf dem Papier noch einmal nachmessen, ob das Messer wirklich 28cm lang ist. Wenn es mit der richtigen Druckgröße partout nicht klappt, einfach mit einem Kopierer auf das richtige Maß bringen.

CAD / Für ganz Faule: Die Form kann man sich natürlich auch in einem Schlosser-Betrieb von einer CNC-Maschine aussägen lassen. Mit unseren Vorlagen wird es wahrscheinlich nicht mal so fürchterlich teuer, und wer die CNC-Möglichkeit hat, kann auch gut mit eigenen, komplizierteren Entwürfen experimentieren. Alternativ kann man die Rohlinge auch (externer Link / neues Fenster)Laser-Schneiden lassen, dort genügt auch eine Papp-Vorlage. (So 6-12 Stück muss man dann aber schon machen lassen.)

Die Design-Vorlagen, erstellt von hilfreichen Messerbauern (natürlich ohne Gewähr, dass die Maschine die Vorlagen auch so mag):
* Wurfmesser Modell Weese, DWG-Format (Dank an Jürgen Bönisch)
* Wurfmesser Modell Weese, DXF-Format (Dank an John)
* Wurmfesser Modell Pahl, DWG-Format (Dank an Jürgen Bönisch)
* Wurfaxt Modell Böhnisch, DWG-Format (Dank an Jürgen Bönisch)

Nun die ausgedruckte Schablone auf einen stabilen Karton aufkleben.

Hinweis: Wenn man mit dem Mauszeiger kurz über einem Photo bleibt, erscheint eine kurze Erklärung dazu.

Die Wurfmesser-Schablone ausdrucken.   1

Anschließend die Kontur des Wurfmessers mit einer Schere ausschneiden, so dass vom schwarzen Umriss nichts mehr übrig bleibt (hier kann auch Schleifpapier helfen). Anschließend auf einer Kante/Lineal oder dem ausgestreckten Zeigefinger den Schwerpunkt prüfen. Er sollte in der Mitte bis 1cm Richtung Klingenspitze liegen. Die kleine Verschiebung nach vorne ist erlaubt und erwünscht, da das Messer später an der Spitze angeschrägt (spitz gemacht) wird.

Ganz unten auf der Seite gibt es übrigens noch ein schwereres Wurfmesser-Design als Alternative.

Wurfmesser-Vorlage auf Gleichgewicht prüfen.   2

Nun die Schablone mit einem wasserfesten Filzstift auf das Edelstahlflachmaterial übertragen.

Die Schablone rutschsicher festhalten.   3
 
Dann die Schablone nachmalen.   4
 
So sieht das Roh-Wurfmesser auf dem Stahl aus.   5

III - Aussägen der KonturBei engen Kurven den Sägespalt mit einem Schraubenzieher weiten.

Den Stahl immer so einspannen, dass unter der Säge nur 20mm aus dem Schraubstock heraus schauen, sonst quietscht es beim Arbeiten. Beim Einspannen darauf achten, dass das Werkstück sauber ist. Außerdem immer ein dickes Stück Papier zwischen Stahl und Haltebacken geben, damit die Messer-Oberfläche nicht zerkratzt.

Vor einem neuen Sägeabschnitt immer mit der Dreikantfeile eine Kerbe setzen, damit der Anschnitt sauber und genau wird. Immer auf der Linie oder etwas auf der Außenseite sägen (was weg ist, ist weg).

Falls die Säge in Kurven zu arg klemmt, den Stechbeitel oder Schraubenzieher hernehmen und den Spalt etwas weiter biegen (siehe Bild rechts).


 
Immer einen schönen Ansatzpunkt für die Säge feilen.   6
 
An diesem Ansatzpunkt frisst sich die Säge gut ins Metall.   7
 
Von der Säge sollten es immer nur 20mm nach unten zum Schraubstock sein.   8
   
Und weiter gehts.   10
 
Mal wieder ein Stückchen höher einspannen.   11
 
Fast durch.   12
 
Die eine Hälfte des Griffs wäre fertig!   13
 
An der Messerspitze wieder eine saubere Kerbe feilen.   14
 
Niemand hat behauptet dass die Rundung leicht ginge...   15
 
...oder sich gar schnell sägen ließe.   16
 
Die Hälfte der Klinge ist auch geschafft.   17
   
Wie der Griff fertig zu sägen ist, war ja schon bekannt.   19
 
Für den kleinen Halbmond ist fleisiges Einkerben mit der Feile nötig.   20
 
Ziemlich filigran!   21
 
Jetzt fehlt nur noch ein einziges Stück!   22
 
Wieder eine gute Ansatzstelle feilen.   23
 
Gar nicht so einfach, das Ansetzen der Säge.   24
 
Bald ist das letzte Stück auch weggesägt.   25
 
Die Rohform des Wurfmessers ist fertig. Jetzt erst mal was Kühles zu trinken!   26

IV - Zurecht feilen

Nun mit der groben Schruppfeile und dann der feineren Schlichtfeile die Kontur bearbeiten, bis von dem schwarzen Strich nichts mehr zu sehen ist, beziehungsweise bis die Sägescharten weg sind. Das Griffende noch nicht behandeln!

Noch ist einiges von dem schwarzen Strich zu sehen.   27
 
Oben ist schon fast alles weg vom Strich, nur etwas runder muss die Klinge noch werden.   28
 
Auch die andere Seite ist bald fertig, und man sieht schon schön den Schwung.   29

Als nächstes werden Messerschneide und Messerrücken angeschrägt. Dabei nur so weit feilen, dass noch ein kleiner Steg von 1-2mm zwischen den Schrägen stehen bleibt. Damit kann man dann zwar nicht schneiden, aber ein Auftreffen des geworfenen Messers auf Nägel oder andere Messer macht dann nicht gleich alles kaputt. Nur an der vordersten Spitze sollten die Kanten ganz zusammen laufen, damit das Wurfmesser gut ins Holz eindringen kann.

Vorsichtig anschrägen, damit nicht zu viel weg genommen wird.   30
 
So sieht die (polierte) Schneide dann aus.   31

Damit sich das Messer gut anfasst, nun noch die Kanten mit der Schlichtfeile etwas abrunden. Aufpassen, dass nirgends scharfe Schleifkanten stehen bleiben!

Dann darf das Griffende zurecht gefeilt werden (erst mit grober, dann feiner Feile, wie üblich): hier genau so viel weg nehmen, dass der Schwerpunkt in der Mitte liegt. Das sollte bei 14cm sein, aber lieber das Messer jetzt noch einmal nachmessen.

Nun sind die Rundungen am Griffende dran.   32
 
Darauf achten, gut abzuschrägen, damit das Wurfmesser gut in der Handfläche liegt.   33
 
Der Schwerpunkt (ausbalancieren) sollte genau in der Mitte der Messerlänge liegen.   34

V - Oberfläche

Als letztes wird das ganze Wurfmesser gründlich mit dem Schleifpapier behandelt, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erreichen. Um einen Klotz gewickelt, kann man das Papier besonders gut fassen.

Erst sind die großen Flächen dran.   35
 
Beim Einspannen mit Papier schützen, sonst gibt es Kratzer!   36
 
Auch die Kanten sollen glänzen.   37


Und nun viel Spaß mit dem Schmuckstück!
Bitte: Vorsichtig sein, und nicht auf lebende Bäume werfen.



Das fertige Wurfmesser. Sehr schön anzusehen.   38
 
Viel Spaß beim Werfen!   39


Wurfmesser-Design von Michael Pahl

Wurfmesser-Design zum Selbstbau von Michael Pahl. Gewicht: 300g.

Dieses einfachere und schwerere Design (Zeichnung mit Maßen, oder CAD-Datei oben) kann vom Griff und der Klinge geworfen werden und erlaubt gute Kontrolle der Umdrehungen. Bei der Herstellung einfach vorgehen wie oben beschrieben.

Als Material für dieses Wurfmesser bietet sich auch Bandstahl an, den es beim Klempner oder Schlosser von der "Rolle" gibt. Benötigt wird ein Rohling mit einer Breite von 30mm, einer Dicke von 4mm und einer Länge von 330mm. Bandstahl ist übrigens ein Baustahl geringer Festigkeit, der sich nicht härten lässt (aber Wurfmesser biegt man lieber wieder zurecht, als dass sie brechen).

Das fertige Messer wiegt fast 300g. Wer will, kann noch den Griff mit kontrastfarbigem Textilklebeband umwickeln.



 


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Englisch: Make your own throwing knife